Wer die Volleyballabteilung der ACT Kassel kennt, kennt auch Guido Passero. Seit vielen Jahren prägt er die Entwicklung der ACT Volleys als Trainer, Abteilungsleiter und engagierter Wegbereiter des Volleyballsports in Nordhessen. Mit großem Einsatz, sportlicher Expertise und einem ausgeprägten Gemeinschaftssinn hat er zahlreiche Spielerinnen und Spieler auf ihrem Weg begleitet und die Abteilung nachhaltig weiterentwickelt.
Ob Jugendförderung, Leistungsvolleyball, Beachvolleyball oder Verbandsarbeit – Guido bringt sich mit Leidenschaft in unterschiedlichsten Bereichen ein. Im Interview spricht er über seine Anfänge im Volleyball, besondere Erlebnisse und seine Wünsche für die Zukunft der ACT Volleys.
1. Wie bist du zum Volleyball gekommen und was begeistert dich bis heute an diesem Sport?
Zum Volleyball bin ich über meinen damaligen Mathe-Tutor an der Goetheschule, Herrn Schwalm, gekommen. Er hatte bei Klassenfahrten oder Wandertagen immer ein Netz und Bälle in seinem VW-Bus dabei. Schnell stand das Netz irgendwo – und los ging’s.
Was mich bis heute fasziniert, beschreibt schon der erste Teil des Wortes Volleyball: der „Volley“. Ein Ball, der nie zur Ruhe kommt und mit besonderen Techniken gespielt werden muss, bis er den Boden berührt. Die Technik, der Körpereinsatz und die oft akrobatischen Aktionen, um genau das zu verhindern, machen diesen Sport so besonders. Diese Mischung aus Athletik und Ästhetik als Mannschaft aufs Feld zu bringen – ohne den direkten Körperkontakt mit dem Gegner – begeistert mich bis heute.
2. Seit wann engagierst du dich als Trainer und Abteilungsleiter, und welche Aufgaben gehören zu deinem Alltag?
Mein erster Einsatz als Trainer war 1990, als ich begann, eine zweite Freizeitgruppe zu trainieren – damals noch als Autodidakt. Das war drei Jahre nach meinem Einstieg in den Volleyball bei der ACT Kassel.
Inzwischen habe ich gemeinsam mit dem SSC Vellmar zwei sehr erfolgreiche Jugendspielgemeinschaften aufgebaut: die JSG Herkules im Mädchenbereich sowie die JSG Vellmar/Kassel bei den Jungen, die hessenweit aktiv sind.
Aktuell leite ich vier Trainingseinheiten pro Woche mit jeweils rund zwei Stunden: zweimal die 1. Damen, einmal die U12–U15 Mädchen und meine Mixed-Mannschaft als Spielertrainer. Hinzu kommen an den Wochenenden Spiele und Turniere. Auch die Organisation der Trainingszeiten, des Spielbetriebs und der Verwaltung der ACT Volleys sowie der Spielgemeinschaften gehört zu meinem Alltag.
Darüber hinaus engagiere ich mich in der Verbandsarbeit des Hessischen Volleyballverbandes und organisiere als Klassenleiter den Spielbetrieb der männlichen U13- und U14-Jugend in allen Bezirken des HVV. Seit dem Bau unseres Beachfeldes betreue ich außerdem den Bereich Beachvolleyball mit neuen Teams und einem zusätzlichen Übungsleiter.
3. Was macht die Volleyballabteilung unseres Vereins für dich besonders?
Für mich ist unsere Volleyballabteilung eine große Familie – eine Familie, die momentan stark wächst. Seit ich 1996 die Abteilungsleitung übernommen habe, versuche ich, dieses besondere Gemeinschaftsgefühl für alle erlebbar zu machen.
Mir ist wichtig, Gelegenheiten zu schaffen, bei denen Zusammenhalt entstehen und wachsen kann – sei es im Training, im Spielbetrieb oder bei gemeinsamen Events. Ein gesunder sportlicher Ehrgeiz, Fairplay und gegenseitige Unterstützung sind für mich zentrale Werte. Besonders wichtig ist mir, dass ältere und erfahrenere Mitglieder Verantwortung übernehmen und die jüngeren Gruppen unterstützen. Genau darin zeigt sich für mich, was eine echte Gemeinschaft ausmacht.
4. Auf welches Erlebnis oder welchen Erfolg blickst du besonders gerne zurück?
Jeder Aufstieg – unabhängig vom Team – war etwas Besonderes. Ein ganz besonderes Erlebnis waren jedoch die Deutschen Meisterschaften der U14 im Jahr 2018 in München.
Meinen Sohn und seine Mannschaft dort auf dem Feld zu erleben, war ein emotionaler und unvergesslicher Moment. Aber auch Neuanfänge aller Art gehören für mich zu den schönsten Erfahrungen, weil sie neue Impulse setzen und die Weiterentwicklung unserer Abteilung voranbringen.
5. Welche Ziele und Wünsche hast du für die Zukunft der Volleyballabteilung?
Mein Ziel ist es, die Volleyballabteilung auf mehrere stabile Standbeine zu stellen und sie sicher in die Zukunft zu führen.
Ganz oben auf meinem Wunschzettel stehen engagierte Nachfolgerinnen und Nachfolger, die als Team harmonieren und die ACT Volleys weiterentwickeln. Sie müssen nicht alle Aufgaben alleine tragen, aber die Strukturen sollten so aufgebaut sein, dass die Abteilung auch langfristig stabil und erfolgreich bleibt.
Ein weiteres wichtiges Projekt steht bereits in den Startlöchern: Unser Verein soll Vorreiter in der Jugendschiedsrichterausbildung für den Standort Nordhessen werden. Damit möchten wir nicht nur den Spielbetrieb stärken, sondern auch jungen Menschen neue Verantwortung im Sport ermöglichen.
Danke lieber Guido für deine alljährige Unterstützung und auf viele weitere!